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Positivität weist den Weg

Trotz ihres jungen Alters sind die Eigentümer von Mty Pirttimaa in Tornio bereits erfahrene landwirtschaftliche Unternehmer. In den letzten Jahren haben sie erfolgreich investiert – die größte Investition war ein neuer Laufstall, der 2022 fertiggestellt wurde.

Generationswechsel und Wachstum

Die Brüder Pauli Pirttimaa und Iivari Pirttimaa besitzen den Betrieb, auf dem 2020 ein Generationswechsel stattfand. „Das war das Jahr, in dem wir zuletzt eine hohe ECM-Leistung mit Kaffee und Kuchen gefeiert haben – damals allerdings noch zu Ehren der vorherigen Generation“, erinnert sich Iivari lächelnd.

Sie sind die dritte Generation von Landwirten auf dem Hof. Nach der Übergabe begann das Melken in einem Anbindestall mit etwa 50 Kühen, der inzwischen für Jungvieh umgebaut wurde. Von Anfang an war klar, dass irgendwann ein neuer Stall gebaut werden würde. Die vorherige Generation, Sauli und Merja Pirttimaa, hatte bereits die Grundlage geschaffen, indem sie den Betrieb erweitert und zusätzliche Flächen erworben hatte.

Sowohl Pauli als auch Iivari arbeiteten schon in jungen Jahren auf dem Hof mit, sodass die Entscheidung, den Betrieb weiterzuführen, ganz natürlich war.

Umstellung auf Robotermelken

Mit der Fertigstellung des neuen Stalls Ende 2022 wurden die Kühe auf das Melken mit zwei Lely Astronaut A5-Robotern umgestellt. „Die Kühe haben sich überraschend gut angepasst, und wir mussten wegen der Umstellung keine einzige Kuh aussortieren“, erinnert sich Iivari.

Der Betrieb hatte sich frühzeitig auf den höheren Tierbestand vorbereitet und intensiv X-Vik-gesextes Sperma eingesetzt. Die meisten Kühe und Färsen kalbten aus X-Vik-gesextem Sperma, und die Herde wurde zusätzlich durch zugekaufte Tiere – hauptsächlich tragende Färsen – erweitert.

Innerhalb von sechs Monaten waren Stall und Roboter nahezu vollständig ausgelastet. Kurz darauf wurde im Winter 2024 ein dritter Roboter installiert. Im darauffolgenden Sommer und Herbst entstand ein kleiner Anbau für Trockensteher und hochtragende Färsen. Der Stall verfügt nun über 204 Liegeplätze.

Auf die Frage nach zukünftigen Investitionen lächeln die Brüder: „Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, etwas langsamer zu machen. Wobei Silagesilos und ein befestigter Hofplatz schon auf unserer Liste stehen – besonders in dieser nassen Jahreszeit“, sagen sie.

Iivari Pirttimaa together with VikingRed and VikingHolstein calves

Arbeitsteilung

Der Betrieb arbeitet ohne externe Mitarbeiter. Der Großteil der Arbeit wird von Pauli und Iivari erledigt, gelegentlich unterstützt von Familienmitgliedern.

Pauli kümmert sich um Maschinen und die Futterbereitung. Auf dem Hof wird ein TMR-Fütterungssystem verwendet, ergänzt durch Kraftfutter aus den Robotern. Das Futter wird morgens und abends verteilt, und ein Lely Juno schiebt es alle paar Stunden nach. „Wir halten das Futter bewusst etwas weniger energiereich, damit die Kühe motiviert bleiben, die Roboter zu besuchen“, erklärt Pauli. Im Durchschnitt werden die Kühe 3,4-mal pro Tag gemolken.

Iivari ist verantwortlich für Herdenmanagement, Zucht und Besamung. „Wir kommen gut miteinander aus. Natürlich diskutieren wir manchmal, aber insgesamt läuft alles reibungslos“, stimmen die Brüder überein.

Aktives Zuchtprogramm

Die Herde besteht überwiegend aus Ayrshire-Kühen (etwa 80 %), was angesichts der hohen Leistung von über 14.500 kg ECM viele überrascht. Holsteins, die oft wegen ihrer Milchleistung bevorzugt werden, machen etwa 20 % der Herde aus.

Die ersten Holsteins kamen 2010 auf den Betrieb, und ihre Zahl ist sowohl durch Zucht als auch durch Zukäufe gestiegen. „Milchleistung war immer unser wichtigstes Zuchtkriterium“, betont Iivari. Dieser Fokus hat zu den beeindruckenden Ergebnissen geführt. „Letztes Jahr hatten wir hervorragendes Futter und außergewöhnlich gute Erstkalbinnen“, ergänzt er.

Obwohl die Milchleistung weiterhin Priorität hat, ist mit dem Robotermelken auch die Melkgeschwindigkeit wichtiger geworden. „Wir können keine Bullen einsetzen, deren Index für Melkgeschwindigkeit niedrig ist“, erklärt Iivari. „Natürlich zählt die Gesamtbalance – andere Merkmale ignorieren wir nicht.“

Alle weiblichen Kälber werden genomisch getestet, sodass frühzeitig Entscheidungen über Selektion und Zucht getroffen werden können. Im Sommer 2024 führte der Betrieb seine ersten Embryospülungen mit zwei Färsen durch. Dabei entstanden rund zehn Embryonen, die alle erfolgreich eingesetzt wurden und als weibliche Kälber geboren wurden. „Wir sollten definitiv mehr Embryospülungen machen“, sagt Pauli grinsend zu seinem Bruder und dem Zuchtberater.

Der Betrieb strahlt Positivität und Zukunftsorientierung aus und beeindruckt Besucher mit dem modernen Ansatz der Brüder in der Milchviehhaltung.

Hofdaten

• Hof: Mty Pirttimaa, Tornio, Finnland
• Eigentümer: Brüder Pauli und Iivari Pirttimaa
• Herde: 166 Kühe, 110 Jungtiere
• Hauptsorte: Ayrshire (~80 %), Rest Holstein
• Sonstiges: 2024 unter den Top 3 in Finnland bei ECM-Leistung

Originaltext: Faba