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Gesteigerte Gewinne und Fruchtbarkeit dank vielseitiger Kreuzungszucht

Die Umstellung auf ProCROSS-Kreuzungszucht in einem britischen Milchviehbetrieb brachte positive Effekte hinsichtlich Tiergesundheit und Herdenfruchtbarkeit. Die Verbesserungen sind umfassend – und die Zeiten so rosig wie noch nie.

Patrick Cock, der gemeinsam mit seinem Bruder Graeme die Younghouse Farm unweit von Ashburton in Devon bewirtschaftet, molk zuvor dreimal täglich reinrassige Holstein – mit Erträgen von bis zu 12.000 Litern.

Die Kühe kalbten überwiegend im Sommer, jedoch hatte sich der Kalbungsindex der Herde auf 420 Tage ausgedehnt, was den Block maßgeblich auf 10 Monate verlängerte. Patrick gesteht ein, dass ihm auch die steigenden Tierarztkosten zu schaffen machten.

Der Wechsel zu ProCROSS und die damit einhergehenden Fruchtbarkeitszuwächse schafften die Grundlagen dafür, dass Patrick zu einem kostengünstigeren System zurückkehren und die Weidehaltung wieder aufnehmen konnte.

ProCROSS ist ein Kreuzungszuchtkonzept, bei dem VikingHolstein, VikingRed und Coopex Montbéliarde in einer Dreifachrotation eingesetzt werden, um die hybride Vitalität auf 86 % zu optimieren.

ProCROSS Kreuzungszucht Holstein Montbeliarde VikingRed Patrick Cock

Zeit für Veränderungen

Patrick entschied sich 2012 dazu, seine Holstein mit VikingRed-Sperma zu besamen, und kreuzte anschließend seine doppelten Kreuzungsfärsen mit Montbéliarde.

Die Cocks hatten seit 20 Jahren mit TB zu kämpfen, und Herr Cock räumt ein, dass zunächst Zweifel an der Richtigkeit der Entscheidung bestanden, und er zögerte, seine gesamte Herde zu kreuzen.

„Wir haben im Laufe der Jahre 1.200 Reaktoren an Tuberkulose verloren, und ich war anfangs recht zurückhaltend, weil ich mir Sorgen um meinen reinrassigen Status machte und darum, wie sich die ganze Sache auf die Tuberkulose-Bewertung auswirken würde. Es ist keine leichte Entscheidung, wenn man von einer reinrassigen Herde ausgeht. Ich fing zunächst damit an, es nur für bestimmte Zeiträume im Jahr so zu machen, und züchtete zurück zu Holstein“, gibt er zu.

Aber rückblickend räumt er ein, dass er sich wünsche, er wäre entschlossener gewesen. Obwohl er nicht länger über die reinrassige Beurteilung TB-befallener Bestände verfügt, gibt er an, dass die Vorteile überwiegen.

Beispielsweise ist der Schlachtwert der Kühe um durchschnittlich 150 £ höher, und die Montbéliarde verbessern das Fleischbildungsvermögen.

„VikingRed sorgt für die gesundheitlichen Eigenschaften und Fruchtbarkeit, die den Holstein fehlen, und Coopex Montbéliarde bringt Robustheit und Stärke“, erklärt Cock.

ProCROSS Kreuzungszucht Holstein Montbeliarde VikingRed Patrick Cock

Vielseitige, rentable Kühe

Die Zuchtumstellung führte zu einer vollständigen Veränderung seines Systems. Nachdem die ProCROSS-Kühe anfangs noch dreimal täglich gemolken wurden, kehrten sie ab September 2019 zu zweimal täglichem Melken zurück, wodurch sich Herr Cock den Wunsch erfüllte, seine Kühe wieder auf die Weide zu führen.

„Die ProCROSS-Tiere sind sehr vielseitig und produzierten bei dreimal täglichem Melken 750 kg Feststoffe – also nur 100 kg weniger als die reinrassigen Holstein, machten aber weniger Probleme. Die Färsen gaben 10.000 Liter, und zwar mühelos“, erklärt Herr Cock.

Nachdem er den Kalbungsblock entsprechend reduziert hatte, sollte die Rückkehr zu seinen Wurzeln, respektive die Umstellung auf ein weidebasiertes System auch die Arbeitsbelastung verringern.

Seine Kühe kalben nun in zwei Blöcken. Etwa 230 Kühe kalben ab Februar 13 Wochen lang. Die übrigen Kühe kalben ab Juli 17 Wochen lang.

„Die Tiere liefern durchschnittlich 660 kg Feststoffe pro Jahr. Der geringere Ertrag wird durch niedrigere Inputkosten wettgemacht“, sagt Herr Cock.

Schon immer wurden Färsen ab einem Alter von einem Monat und mithilfe eines Milchtaxis im Freien aufgezogen. Im ersten Winter werden sie mit Gras und einer zusätzlichen Futtermischung ernährt.

Herr Cock ist der Meinung, dass sich ProCROSS-Tiere aufgrund ihrer Zähigkeit besser für das Auswintern eignen.

„ProCROSS-Tiere sind stärker und im Vergleich zum zierlichen, modernen Holstein geringfügig robuster“, fügt er hinzu.

ProCROSS Kreuzungszucht Holstein Montbeliarde VikingRed Patrick Cock

Rotationsbeweidung

Da die Weidefläche nur 247 Acres (100 ha) beträgt, haben eindeutig trächtige Herbstkalber Vorrang und dürfen ab März auf die Weide. Frühjahrskalber stoßen später dazu, sobald ausreichend satte Weidegründe vorhanden sind.

Zu Spitzenzeiten stehen auf den Weideflächen 4 Kühe/ha, wobei die Besatzdichte ständig angepasst wird, sobald die Herbstkalber trockengestellt werden.

Die Kühe beweiden die Flächen im Rotationsystem und der Bewuchs wird wöchentlich gemessen und mittels AgriNet erfasst.

„Im Frühjahr wird ein etwas höherer Bewuchs beweidet, da ich befürchte, dass meine hohe Bestandsdichte die Weideflächen sonst veröden lässt, weshalb wir einen längeren Zyklus von 30 Tagen anwenden“, erklärt Herr Cock.

Zudem kommen artenreiche Weiden zum Einsatz, um die Widerstandsfähigkeit gegen Verödung zu verbessern. In diesem Frühjahr wurden nach Silage oder Beweidung 50 Acres (20 ha) mit einer Kräutermischung aus Zichorie und Wegerich eingesät. Die Flächen haben sich gut entwickelt und werden derzeit von Spätherbstkalbern beweidet.

ProCROSS Kreuzungszucht Holstein Montbeliarde VikingRed Patrick Cock

Kreuzungszucht leicht gemacht

Die Herde besteht jetzt zu 98 % aus ProCROSS-Tieren, und Herr Cock gibt heute zu, dass er den Umstieg trotz anfänglicher Bedenken früher hätte wagen sollen.

„Rückblickend würde ich mir wünschen, ich hätte nicht so lange gezögert und früher [mit der Kreuzungszucht] begonnen“, gesteht Herr Cock, der erst im Juni mit VikingGenetics die USA bereist und Milchviehbetriebe besichtigt hat, die ProCROSS verwenden.

Er sagt: „Das hat mir gezeigt, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte, da diese Herden meine eigenen Verbesserungen widerspiegelten.“

Entgegen der allgemeinen Auffassung ist die Umsetzung eines Drei-Wege-Zuchtprogramms sehr einfach, bestätigt Herr Cock.

„Das Züchten ist äußerst einfach und bietet zudem den Vorteil, dass ich mir dank Kreuzungszucht keine Sorgen über Inzucht machen muss, da sie für hybride Vitalität sorgt.“

Mithilfe von Schrittzählern, die an den Beinen der Tiere befestigt werden, und Rubbelkarten wird die Brunst überwacht, wobei der Hof seine eigene künstliche Besamung durchführt.

Obwohl computergestützte Zuchtaufzeichnungen zum Einsatz kommen, werden visuelle Hilfsmittel verwendet, um die Zucht zu erleichtern.

Bei Färsenkälbern werden während der Aufzucht farbige Ohrmarken angebracht.

Von Montbéliarde abstammende Tiere erhalten blaue Marken und werden mit Holstein verpaart. VikingRed-Färsen erhalten orangefarbene Marken, und werden mit Montbéliarde gekreuzt; Holstein-Färsen bekommen weiße Marken sowie VikingRed-Sperma.

„Es ist nicht ungewöhnlich, zunächst zahlreiche Holstein mit weißem Gesicht zu erhalten. [Aber] ist der Kreuzungszyklus erst einmal vollständig durchgelaufen, dann sind die Musterungen nicht mehr so ausgeprägt, weshalb die Ohrmarken sehr hilfreich sind“, erklärt Herr Cock.

Die besten Kühe erhalten gesextes Sperma und werden nach sieben Wochen mit British Blue-Bullen verpaart. Die Färsen werden synchronisiert und erhalten gesextes Sperma; etwaige ausgesonderte Kühe werden von Aberdeen Angus- und Longhorn-Bullen besamt.

ProCROSS Kreuzungszucht Holstein Montbeliarde VikingRed Patrick Cock

Verbesserungen auf ganzer Linie

Seit 2012 stiegen die Konzeptionsraten im Durchschnitt von 28 % auf 44 %.

„Alle messbaren Werte sind dank ProCROSS rückläufig – geringere Sterblichkeit, weniger lahme Kühe und weniger Mastitisfälle“, sagt Cock. „Das Herdenmanagement ist nun ein wahres Vergnügen statt eine Mühsal. Wir hatten in den letzten drei Jahren keinen einzigen verlagerten Labmagen“, fügt er hinzu.

Da 70 % der Kühe innerhalb von sechs Herbstwochen kalben, sollen der Herbstblock nun auf insgesamt 12 Wochen verkürzt und die Herdenverbesserungen weiter vorangetrieben werden.

 

Tabelle 1: Verbesserungen

 

2012

2022

Holstein-Konzeptionsrate

28 %

 

Zweite Kalbung ProCROSS-Konzeptionsrate

 

38 %

Dritte Kalbung ProCROSS-Konzeptionsrate

 

47 %

Färsen, Konzeptionsrate

34 %

47 %

Sterblichkeit

6 %

3 %

Linksseitige Labmagenverlagerung (LDAs)

2,5 %

0 %

ProCROSS Kreuzungszucht Holstein Montbeliarde VikingRed Patrick Cock

Fakten zum Betrieb:

Fakten zum Betrieb:

    • 600 ProCROSS-Milchkühe
    • 1500 Acres (608 Hektar) Betriebsfläche (je zur Hälfte Eigen- bzw. Pachtland)
    • Frühjahrs- und Herbstkalbung
    • Zweimal täglich in einem 40:40-Melkstand gemolkene Kühe
    • Ertrag: 4,45 % Butterfett und 3,63 % Eiweiß
    • Belieferung von Arla
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ProCROSS Kreuzungszucht Holstein Montbeliarde VikingRed Patrick Cock

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