Skip to main content
Quick links

23 Jul 2021

Nordische Holstein-Population mit geringerer Inzucht

Wie entwickelt sich Inzucht im Zeitalter der genomischen Selektion? Eine aktuelle Studie hat gezeigt, wie die nordische Holstein-Population nach dem Wechsel in die Genomära den Grad der Inzucht auf einem konstanten Niveau halten konnte.

Im Jahr 2020 sammelte die World Holstein Frisian Federation (WHFF) Informationen über die Entwicklung von Inzuchtkoeffizienten für Kühe und Färsen aus 26 Ländern weltweit, darunter Dänemark, Schweden und Finnland.

Die Informationen werden in einer Präsentation gesammelt, die auf dem geplanten WHFF-Weltkongress

im August 2020 hätte gehalten werden sollen, aber stattdessen auf der WHFF-Website zur Verfügung gestellt wurde.

Der Anstieg des Inzuchtniveaus (% Einheiten) pro Jahr wird für verschiedene Geburtsjahresperioden von weiblichen Tieren für einige der größten Holstein-Populationen der Welt und die drei nordischen Holstein-Populationen gezeigt.

Die FAO (Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen) empfiehlt, dass der Anstieg des Inzuchtniveaus weniger als 1 % pro Generation betragen sollte.

Das heißt, wenn das heutige Generationsintervall für Milchvieh vier Jahre beträgt, sollte der jährliche Anstieg der Inzucht unter 0,25 % Einheiten pro Jahr liegen, um dieser Empfehlung zu entsprechen.

Die Tabelle zeigt, dass einige Länder während der letzten zehn Jahre nah am Schwellenwert oder geringfügig darüber lagen.

Große Unterschiede zwischen den Holstein-Populationen

Die Ergebnisse weisen erhebliche Unterschiede im Anstieg der Inzuchkoeffizienten in den letzten zehn Jahren auf, wenn die genomische Selektion das Schlüsselwerkzeug bei der Auswahl der Zuchttiere war.

Die Inzucht hat in den meisten Kuhpopulationen mit der Einführung der genomischen Selektion (2010-2020) im Vergleich zu der Situation, in der das traditionelle Nachkommen-Testschema das Schlüsselelement des Zuchtprogramms (2000-2010) war, zugenommen.

Für die drei nordischen Länder wurde der Anstieg der Inzucht in der Holstein-Population im Zeitraum 2000-2020 auf dem gleichen Niveau gehalten.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Inzuchtkoeffizienten, den wir haben. Es ist beeindruckend, dass wir den genetischen Fortschritt beschleunigen konnten, ohne die Vielfalt der Rasse zu gefährden“, sagt Claus Langdahl, Senior Breeding Manager, VikingHolstein.

„Wir befinden uns in einer hervorragenden Position, und dies bestätigt, dass wir beim Kauf der Bullen im besten Interesse unserer Milchviehhalter richtig gehandelt haben.“

Länder wie Italien, die USA und Kanada haben einen Anstieg des Inzuchtniveaus erlebt, der zweimal so hoch (0,25-0,26 % Einheiten pro Jahr im letzten Jahrzehnt) als der, den man in Schweden und Dänemark (0,10-0,12 % Einheiten pro Jahr) im selben Zeitraum beobachtet hatte.

 

Text basierend auf „Inzuchttrends innerhalb der Holstein Population weltweit” von Gert Pedersen Aamand, Jukka Pösö, Ulrik Sander Nielsen und Freddy Fikse.

Durchschnittlicher Anstieg des Inzuchtniveaus (% Einheiten pro Jahr und Land in unterschiedlichen Zeiträumen

Geburtsjahr
der weiblichen Tiere

1990-2000

2000-2010

2010-2020

Italien

0,18

0,14

0,26

USA

0,19

0,11

0,26

Kanada

0,26

0,08

0,25

Finnland

0,09

0,19

0,20

Niederlande

0,17

0,03

0,16

Frankreich

0,20

0,10

0,16

Deutschland

0,16

0,08

0,15

Schweden

0,19

0,13

0,12

Dänemark

0,18

0,12

0,10

 

Quelle: Welt-Inzucht-Trend bei Holstein- Präsentation von Egbert Feddersen- verfügbar unter www.whff.info

Was Sie über Inzucht wissen müssen

  • Inzucht ist die Paarung von Tieren, die nach Herkunft verwandt sind und führt zu einer Verringerung der Heterozygotie und einer Zunahme der Homozygotie. Dies kann zu einer verminderten biologischen Fitness führen.
  • Inzuchtdepression ist der Effekt der Inzucht, gemessen als Verringerung der phänotypischen Leistung mit einem erhöhten Inzuchtniveau innerhalb einer Population, beispielsweise einer verringerten Milchleistung oder Fruchtbarkeit, die durch Inzucht verursacht wird.
Erfahre mehr über Inzucht