Skip to main content
Quick links

5 Mrz 2021

Geringe biologische Fitness kann zu Rentabilitätsverlusten

Die Inzucht in Ihrer Herde im Auge zu behalten, ist entscheidend für die Sicherung der Rentabilität Ihres Milchviehbetriebs. Eine verminderte biologische Fitness kann sich auf zwei Arten manifestieren: genetische Defekte für monogene Merkmale und Inzuchtdepression für Produktions- und Gesundheitsmerkmale. Beides kann zu Rentabilitätsverlusten in Ihrer Herde führen.

Inzucht kann auf zwei verschiedenen Ebenen betrachtet werden. Auf Herdenebene ist es wichtig, die Inzucht zu überwachen, um eine Verringerung der biologischen Fitness aufgrund monogenetischer Störungen / Krankheiten und Inzuchtdepression zu vermeiden. Hier können Sie den Inzuchtkoeffizienten geplanter Paarungen verwenden, um die Inzucht auf Betriebsebene unter Kontrolle zu halten.

Auf Populationssebene hängen hohe Inzuchttrends mit dem Verlust der genetischen Vielfalt zusammen, was unter anderem die Aussicht auf längerfristige genetische Gewinne beeinträchtigt. Hier ist es wichtiger, die Inzuchtrate (durchschnittliches Inzuchtniveau in einem Zeitraum im Vergleich zu einem anderen Zeitraum) zu überwachen als das Inzuchtniveau selbst.

 

Kontrollieren Sie die Inzucht mit VikingHolstein

VikingGenetics führt ein verantwortungsbewusstes Zuchtprogramm für VikingHolstein durch, wobei der Schwerpunkt auf der zukünftigen Inzucht bei der Auswahl junger AI-Bullen liegt.

Sie können die Inzuchtrate in Ihrem Betrieb steuern, indem Sie:

  • VikingHolstein-Genetik verwenden
  • Anpaarungspläne erstellen, mit denen Sie die Inzucht reduzieren können

Beide Elemente sind wichtig, um Inzucht auf Populationsebene kurzfristig zu vermeiden. Langfristig muss die Inzucht jedoch in erster Linie von den Unternehmen behandelt werden, die für das Zuchtprogramm verantwortlich sind.

Wie entwickelt sich Inzucht im Zeitalter der genomischen Selektion?

Im Jahr 2020 sammelte die World Holstein Frisian Federation (WHFF) Informationen über die Entwicklung von Inzuchtkoeffizienten für Kühe und Färsen aus 26 Ländern weltweit, darunter Dänemark, Schweden und Finnland. Die Informationen werden in einer Präsentation gesammelt, die auf dem geplanten WHFF-Weltkongress im August 2020 hätte gehalten werden sollen, aber stattdessen auf der WHFF-Website zur Verfügung gestellt wurde.

Der Anstieg des Inzuchtniveaus (% Einheiten) pro Jahr wird für verschiedene Geburtsjahresperioden von weiblichen Tieren für einige der größten Holstein-Populationen der Welt und die drei nordischen Holstein-Populationen gezeigt.

Die FAO empfiehlt, dass der Anstieg des Inzuchtniveaus weniger als 1 % pro Generation betragen sollte. Das heißt, wenn das heutige Generationsintervall für Milchvieh vier Jahre beträgt, sollte der jährliche Anstieg der Inzucht unter 0,25 % Einheiten pro Jahr liegen, um dieser Empfehlung zu entsprechen. Die Tabelle zeigt, dass einige Länder während der letzten zehn Jahre nah am Schwellenwert oder geringfügig darüber lagen.

 

Durchschnittlicher Anstieg des Inzuchtniveaus (% Einheiten pro Jahr und Land in unterschiedlichen Zeiträumen (Quelle: World Inbreeding Trend in Holsteins – Presentation by Egbert Feddersen – hier ansehen http://www.whff.info/)

Geburtsjahr der weiblichen Tiere

1990-2000

2000-2010

2010-2020

Italien

0,18

0,14

0,26

USA

0,19

0,11

0,26

Kanada

0,26

0,08

0,25

Finnland

0,09

0,19

0,20

Niederlande

0,17

0,03

0,16

Frankreich

0,20

0,10

0,16

Deutschland

0,16

0,08

0,15

Schweden

0,19

0,13

0,12

Dänemark

0,18

0,12

0,10

Erhebliche Unterschiede im Anstieg der Inzuchtkoeffizienten in den Holstein-Populationen

Die Ergebnisse weisen erhebliche Unterschiede im Anstieg der Inzuchkoeffizienten in den letzten zehn Jahren auf, wenn die genomische Selektion das Schlüsselwerkzeug bei der Auswahl der Zuchttiere war.

Länder wie Italien, die USA und Kanada haben einen Anstieg des Inzuchtniveaus erlebt, der zweimal so hoch (0,25-0,26 % Einheiten pro Jahr inm letzten Jahrzehnt) als der, den man in Schweden und Dänemark (0,10-0,12 % Einheiten pro Jahr) im selben Zeitraum beobachtet hatte.

In Finnland beobachten wir eine andere Entwicklung des Inzuchtniveaus im Vergleich zu Schweden und Dänemark. Die Einführung von Holstein in die finnische Population fand wesentlich später statt als in Schweden und Dänemark. Dies führte von 1990-2000 zu einer niedrigeren Inzuchtrate und von 2000-2020 zu einer höheren in Finnland als in Schweden und Dänemark, obwohl seit der Gründung von VG im Jahr 2008 derselbe Pool an KI-Bullen verwendet wurde.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Inzucht in den meisten Kuhpopulationen mit der Einführung der genomischen Selektion (2010-2020) im Vergleich zu der Situation, in der das traditionelle Nachkommen-Testschema das Schlüsselelement des Zuchtprogramms (2000-2010) war, zugenommen hat.

Für die drei nordischen Länder wurde der Anstieg der Inzucht in der Holstein-Population im Zeitraum 2000-2020 auf dem gleichen Niveau gehalten.

 

Umgang mit Inzucht in der genomischen Ära

Die Ergebnisse in dieser Analyse weisen darauf hin, dass KI-Unternehmen in verschiedenen Ländern in den Zuchtprogrammen unterschiedlich mit Inzucht umgehen. In vielen Ländern hat die Inzucht nach Einführung der genomischen Selektion erheblich zugenommen.

Die Ergebnisse aus den nordischen Ländern zeigen jedoch, dass es durch die Berücksichtigung künftiger Inzucht im Zuchtprogram möglich ist, eine erhöhte Inzuchtrate zu vermeiden. Die Kontrolle der Inzucht im Zuchtprogramm erfordert die Auswahl einer größeren Anzahl von Vererbern durch KI-Unternehmen und einen Kompromiss zwischen dem genetischen Wert des Bullen und seiner Auswirkung auf die zukünftige Inzucht.

Lernen Sie VikingHolstein kennen

Was ist Inzucht und Inzuchtdepression?

Inzucht ist die Paarung von Tieren, die nach Herkunft verwandt sind und führt zu einer Verringerung der Heterozygotie und einer Zunahme der Homozygotie. Dies kann zu einer verminderten biologischen Fitness führen.

Inzuchtdepression ist der Effekt der Inzucht, gemessen als Verringerung der phänotypischen Leistung mit einem erhöhten Inzuchtniveau innerhalb einer Population, beispielsweise einer verringerten Milchleistung oder Fruchtbarkeit, die durch Inzucht verursacht wird.

Artikel basierend auf „Inzuchttrends innerhalb der Holstein Population weltweit” von Gert Pedersen Aamand, Jukka Pösö, Ulrik Sander Nielsen und Freddy Fikse, 02.11.2020 – Inzuchttrend-innerhalb der Holstein Population weltweit_final.pdf (nordicebv.info)