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11 Jan 2021

Der Fokus auf die hornlose Genetik führte zum Erfolg

Die Ergebnisse einer Zuchtauswahl, bei der die hornlose Genetik im Vordergrund stand, werden bei der Betrachtung von VR Fuzzy P deutlich, der auf dem Betrieb von Bent Skovgård in Dänemark gezüchtet wurde.

Bent hat viele Jahre lang an der Auswahl der hornlosen Genetik für seine Milchviehherde gearbeitet und ist heute einer der wenigen Menschen weltweit mit der höchsten Anzahl hornloser VikingRed-Tiere mit einem hohem Nordic Total Merit (NTM).

 Wenn man Hornlosigkeit und VikingRed definieren möchten, ist dies fast unmöglich, ohne den Züchter von VR Fuzzy P, Bent Skovgård aus Dänemark zu erwähnen.

Das Auto fährt über die holprige Privatstraße zum Betrieb Skovgård, der Karin und Bent Skovgård gehört. Sie besitzen schon seit vielen Jahren einen Milchviehbetrieb und obwohl Bent 70 Jahre alt ist, hat er nicht die Absicht, die Landwirtschaft einzustellen.

2011 hat er einen neuen Stall mit drei Melkrobotern und einer Kapazität von bis zu 200 Kühen gebaut. Er hat nicht nur einen weiteren Stall gebaut, sondern auch eine andere Rasse hineingestellt. „Ich fing damit an, alle meine Kühe mit VikingRed zu besamen”, sagt Bent und erklärt, dass heute die meisten seiner Kühe VikingRed sind und er auch einige Kreuzungskühe hat.

Ein wichtiger Teil der Zukunft

Während das Thema in vielen Ländern immer beliebter wird, arbeitet Bent bereits seit langer Zeit mit hornloser Genetik. „Ich hatte keinen Zweifel daran, dass es eines Tages eine Forderung seitens der Verbraucher oder der Politiker sein wird, dass wir unsere Tiere nicht mehr enthornen“, sagt er.

Am Anfang fand Bent, dass es Spaß machte, hornlose Tiere zu bekommen, und verbrauchte etwas mehr Sperma von hornlosen Bullen, wobei er immer auf ihre Gesamtleistung im NTM-Index (Nordic Total Merit) achtete. Heute haben sie mehr als 65 hornlose VikingRed-Tiere mit vielen unterschiedlichen Abstammungen

„Ich setzte einen hornlosen Bullen bei einer behornten Kuh ein und umgekehrt – einen behornten Bullen bei einer hornlosen Kuh. Auf diese Weise bewahre ich die Vielfalt in meiner hornlosen Genetik. Wenn wir zu viele hornlose Bullen bei den hornlosen weiblichen Tieren einsetzen, kommt uns die Vielfalt abhanden”, erklärt Bent.

Ein sehr wichtiger Teil der Zuchtarbeit auf dem Hof sind die kleinen Notizbücher mit Informationen über die hornlosen Tiere. „Seit vielen Jahren mache ich Aufzeichnungen über die hornlosen Tiere, wenn wir enthornen, und wenn wir nicht sicher sind, ob die Färse hornlos ist, geht sie in die nächste Enthornungsrunde”, sagt Bent.

Die Geschichte einer hornlosen Färse

Eine von Bents weiblichen Tieren, eine VR Lazer-Färse, hat vor einigen Jahren einen guten genomischen Test erhalten. Die Vorfahren des hornlosen Gens lagen im Stammbaum vier Generationen zurück, daher war die Färse nicht nah mit den anderen hornlosen Tieren verwandt.

Die VR Lazer Tochter wurde dreimal als Färse gespült und die Bullen VR Vigil P und VR Azer stammen unter anderem von ihr ab. Es gibt einige andere hornlose weibliche Tiere, die Spülverträge mit VikingGenetics haben.

In ihrer ersten Laktation hatte die VR Lazer-Tochter immer noch einen hohen NTM und sie wurde noch einmal mit VR Fanof P gespült, um zu versuchen, einen homozygoten Bullen zu erzeugen – ein Tier, das das hornlose Gen von der Mutter und dem Vater hat und dessen Nachkommen alle hornlos sein werden.

Bent bekam keinen PP-Bullen, stattdessen hatte er zwei fantastische Bullen: VR Fuzzy P + 36g und VR Facit P + 33g. Zusätzlich bekam er eine homozygote hornlose Färse mit +35 in NTM.

Zurzeit hat Bent Spülverträge für sechs hornlose weibliche Tiere, und viele von ihnen hatten mehr als einen Vertrag. „Ich hoffe, dass wir weiterhin diese guten Ergebnisse haben. Zu Beginn des Sommers machten wir drei Spülungen und erhielten insgesamt 41 Embryonen. Selbst mit 200 Kühen sind 41 Embryonen eine Menge”, lacht Bengt.

 

Das hornlose Gen (P)

Das hornlose Gen (P) ist gegenüber dem behornten Gen (p) dominant. Wenn ein Tier zwei hornlose Gene hat (PP – ist es homozygot) oder ein hornloses und ein behorntes Gen (Pp – ist es heterozygot) hat, dann wird es hornlos. Wenn es jedoch heterozygot hornlos ist (Pp), kann es entweder das hornlose oder das behornte Gen an seine Nachkommen weitergeben.

 

Text von Jakob Lykke Voergaard
Leitender VikingRed Zuchtmanager VikingGenetics