Ayrshire und Holstein  – ein Kopf-an-Kopf-Rennen

Von Faba

Die Autobahn von Iisalmi nach Oulo teilt die Felder des Betriebs Perkkiö in Finnland. Die beiden Roboterställe wurden vor 7 Jahren fertiggestellt und bieten Platz für einen Bestand von 130 Tieren. Letztes Jahr produzierte die Herde von Satu und Tuomo Pulkka 12.146 kg Milch (ECM).

Der Betrieb von Satu (45) und Tuomo Pulkka (49) begann im Jahr 1998 mit einer Herde von 30 Ayrshire. Die Zuchtberaterin Anita Hyvönen von Faba (Faba ist eine finnische Besamungsgenossenschaft und Teilhaberin von VikingGenetics.) hat die Zuchtprozesse der Perkkiö-Herde von Anfang an betreut. „Ich kenne Anita bereits aus dem elterlichen Betrieb, wir arbeiten also schon sehr lange Zeit zusammen“, so Satu Pulkka.

Immer höhere Leistungen

2001 wurde der Bestand auf 50 Kühe erweitert und seitdem immer weiter vergrößert. „Die Milchleistungen wurden immer weiter erhöht“, berichtet Pulkka. Hyvönen und ihren Kollegen gelang es, optimale genetische Verhältnisse in der Herde zu schaffen. Inzwischen wurde der dritte Stall für Färsen gebaut. Zu diesem Zeitpunkt wurden die ersten Holstein in die Herde integriert.

„Den Melkrobotor sahen wir zum ersten Mal 2001 auf der Farmari-Messe. Zehn Jahre später kauften wir unseren eigenen“, so Pulkka. Als erneut eine Bestandserweiterung anstand, entschieden sie sich nach den bisherigen Erfolgen erneut für Tiere von Faba. Diesmal verwendeten sie auch Embryonen und gesextes Sperma.

Pläne in der Küchenschublade

Sie begannen mit 70 Kühen in dem neuen Stall. Im darauffolgenden Jahr erhöhten sie auf 100. Inzwischen sind 130 Kühen in der Produktion, die durchschnittliche Leistung beträgt über 12.000 kg (ECM). Langfristig ist eine weitere Erweiterung geplant. „Die Pläne liegen in der Küchenschublade. Wir wissen nur noch nicht genau, ob es ein neuer Stall für Färsen oder für Färsen und Trockensteher wird. Entscheidend hierfür werden der Milchpreis sein und, was unsere Jungs meinen.“

Beim Kauf und bei der Haltung von Tieren hat Gesundheit oberste Priorität. „Wir haben aus bitteren Erfahrungen gelernt, wie wichtig Gesundheit ist. Vor zwei Jahren haben wir 20 Kühe durch Staphylococcus aureus verloren. Angesichts unserer relativ kleinen Betriebsgröße war das viel für uns", erklärt Satu Pulkka. 
„Mit Anita sehen wir uns die Kuh-Familien an, und wir suchen die Tiere aus, die wir behalten. Anita wiederum kennt die Zuchtziele, sie wählt die richtigen Bullen aus. Alle Färsen sind genomisch getestet, Anita klassifiziert jede einzelne“, erklärt Satu.

Stolz auf die Herkunft

„Wir verwenden Bullen ganz anders. Es war natürlich schön, unsere eigenen Bullen VH Latu und VH Rane zu verwenden. Wir freuen uns aber ganz besonders über den Erfolg von VR Hashtag und VR Biisi, beide Bullen stammen aus Nachbarbetrieben. Solche fantastischen Tiere kommen aus diesem Teil des Landes“, erklärt Satu. Die Zucht beschränkt sich nicht nur auf Bullen. Sie haben mehrere vertragliche Embryospülungen für VikingGenetics vorgenommen und eine Trächtigkeit durch einen X-Embryo von der Färsenstation Hollola. 

In der Herde überwiegen Ayrshire. Das wird vermutlich auch so bleiben. Satu ist eine große Fürsprecherin der Zucht, sie hat klare Fakten auf ihrer Seite. „Ayrshire versus Holstein ist ein Dauerbrenner in der Debatte. Ich vergleiche die ECM-Leistung der Rassen. Ayrshire-Kühe liegen mit bis zu 100 kg vorne. Diese Ergebnisse basieren jedoch auf der Silage des letzten Sommers. Holstein-Kühe reagieren empfindlicher auf Futter von niedriger Qualität. Mit hochwertigem Futter würde der Zeiger eher leicht in Richtung Holsteins ausschlagen“, so Satu.

Ständige Entwicklung

Es muss Punkte in einer Herde geben, an denen Entwicklung stattfindet, aber nicht zu viele gleichzeitig. Das Ziel der Pulkkas ist das Kalbealter der Färsen um zwei Monate auf 24 Monate zu senken. Um dies zu erreichen, werden alle Färsen mit Brunsterkennungs-Halsbändern ausgestattet. „Satu hat einen fantastischen Blick für die Tiere, aber wir Männer brauchen Hilfsmittel. Die Jungs und ich sind manchmal einfach blind für Brunstanzeichen und kleinen Veränderungen in der Wiederkauaktivität“, so Tuomo.

Im Betrieb arbeiten die Familie sowie ein Angestellter. Die Zwillinge Ville und Juho (19) sind begeisterte Techniker, sie haben Ausrüstung für kleinere Aufträge gekauft. Der jüngste Sohn, Herkko (13) übernimmt auch viele Arbeiten mit dem Quad.

Sport und Repräsentation

Für eine ausgeglichene Work-Life-Balance joggt die ganze Familie und fährt Ski. Die Männer gehen auch im Wald jagen. Auch wenn Tuomo seine Ämter bei der Gemeinde und bei der Bank niedergelegt hat, engagiert sich die Familie nach wie vor in diesen Bereichen. Satu vertritt die Milchviehzüchter der Region im Gremium der Molkerei vor Ort und im Vorstand der Meierei Valio. „Ich höre zu, fühle vor und kommuniziere Botschaften“, beschreibt sie ihre Rolle.
Ihre Eigenschaft als Sprecherin für die Milchproduktion spiegelt sich auch in der Zahl der Besucher im Perkkiö-Betrieb wider. Die letzte Veranstaltung im Betrieb fand im Juli 2018 statt. Sie zog über 400 Teilnehmer an.


Betriebsdaten:

Name des Betriebs und Standort: Perkkiö, Vieremä/Finnland
Eigentümer: Tuomo und Satu Pulkka
Söhne Ville, Juho und Herkko
Zwei Melkrobotor seit 2011
65 % Ayrshire, 35 % Holstein
Durchschnittsleistung mit 130 Kühen: 12.146 kg ECM
Betriebsgelände 163 ha, hiervon 110 ha Eigentum des Betriebs. Wald 150 ha.

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